Die Ausgangssituation


Wer ist ein Flüchtling?
Ein Flüchtling ist eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will“.
Definition nach der Genfer Flüchtlingskonvention.

Wer ist ein unbegleiteter Minderjähriger?
„Als unbegleitet gelten Minderjährige, die ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte ins Bundesgebiet einreisen. Minderjährig ist gemäß den zivilrechtlichen Bestimmungen jede Person unter 18 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt vertreten die Erziehungsberechtigten (Eltern oder Vormund) die Interessen des Minderjährigen.“

Jedes Jahr flüchten Kinderflüchtlinge aus den Krisengebieten Europas, Asiens und Afrikas nach Deutschland. Nach neuesten Schätzungen des UNHCR leben mittlerweile im Bundesgebiet ca. 5.000 bis 8.000 umF. Sie fliehen vor Krieg und kriegerischen Auseinandersetzungen, Zwangsrekrutierung, Verfolgung, Unterdrückung, Naturkatastrophen und Hunger. 

Hinzukommen kinder- und jugend-spezifische Fluchtgründe wie Beschränkung des Zugangs zur Bildung, Zugehörigkeit zu einer verfolgten Familie, Zwangsprostitution sowie Genitalverstümmelung von Mädchen und jungen Frauen. Sind die Ursachen und Herkunftsländer auch verschieden, so verbindet die jungen Flüchtlinge doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in einem für sie unbekannten, fremden Land.  

Die meisten dieser Kinder und Jugendlichen leiden sehr unter der Trennung von ihren Familien. Viele kommen mit größten Erwartungen der Herkunftsfamilie nach Deutschland, die sich nicht erfüllen lassen. Erlebnisse auf der Flucht selbst hinterlassen oft gravierende Spuren.

Ausländerfeindliche Äußerungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen geben ihnen schnell zu verstehen, dass sie nicht willkommen sind. Ihre Aufenthalts- und Ausbildungssituation ist völlig ungewiss. Sie haben große Verständigungs- und Orientierungsprobleme in einer fremden Kultur.   In der Regel erfolgt deren Unterbringung in bestehende Jugendhilfeeinrichtungen, häufig zusammen mit verhaltensauffälligen Inländern.  

Deshalb benötigen sie eine intensive, auf ihre einzigartige Problematik ausgerichtete Betreuungsform, um sich in der deutschen Gesellschaft orientieren und gleichzeitig auch ihre Heimatkultur erhalten zu können. Unser Verein hat mittlerweile über zwanzig Jahre Erfahrung in der Arbeit mit diesem sehr speziellen Klientel.

Ausgangssituation